Reisetipp: Nützliche Handy Apps für eine Reise nach Israel

Die 10 wichtigsten Apps für Touristen in Israel - Reisetipp

Reisetipp: Israel ist ein tolles Land für Individualtourismus.

Egal ob mit Mietwagen oder den öffentlichen Verkehrsmitteln: Durch Israel reisen ist relativ einfach und unkompliziert. Dank des Smartphones lässt sich die Reise vor Ort noch leichter organisieren und spontaner gestalten. Hier ist meine Top-10 der praktischsten Apps für einen Urlaub in Israel

Get Taxi – die wohl beste Taxi-App Israels

Insbesondere in den großen Städten in Israel ist ein Taxi eine gute Lösung, um schnell von A nach B zu kommen. Leider ist im Ausland die Kommunikation mit dem Taxifahrer aufgrund von Sprachbarrieren nicht immer einfach und die Preisgestaltung nicht durchsichtig. Mit der Get Taxi App kann man sich innerhalb von wenigen Minuten ein Taxi bestellen, das Ziel eingeben und so automatisch über die App mit Taxometer fahren.
Die Android-App gibt es hier:
Bei der Eingabe des Coupons:  GTXVOZH bekommt jeder Neukunde für die nächsten 5 Fahrten jeweils 20 NIS Rabatt.

Lime – mit dem E-Scooter/ Roller durch Tel Aviv

Tel Aviv lässt sich am besten per E-Scooter / Roller erkunden und nichts macht so viel Spaß, wie mit einem Scooter die Strandpromenade entlangzufahren. Praktischerweise bietet Lime überall in Tel Aviv elektrische Scooter an, die per App entsperrt werden können und nach der Fahrt flexibel wieder abgestellt werden können. Nach der Registrierung bei Lime kann man die Elektroroller jederzeit ausleihen und so sich auch spontan für eine Fahrt mit dem Scooter entscheiden – perfekt um entspannt die Stadt zu erkunden.
Die Lime Android-App gibt es hier:
Bei der Eingabe des Coupons: RQRGOLN könnt ihr Euren Lime-Roller beim ersten Mal kostenlos freischalten!

Alternativ bietet auch die Firma BIRD E-Scooter in Israel an.
Die Bird Android-App gibt es hier:
Bei der Eingabe des Coupons: kso85o könnt ihr Euren Bird-Roller beim ersten Mal kostenlos freischalten!

BiteMojo – auf kulinarischer Entdeckungstour

Auf einer Reise durch Israel sollte ein Blick in die einheimische Küche definitiv nicht fehlen. Die israelische Küche gilt als eine der gesündesten und schmackhaftesten der Welt. Humus, Falafel, Schawarma und Shashuka gibt es in Israel an jeder Ecke. Aber wo schmecken diese Gerichte eigentlich am besten und welche Speisen empfehlen die Einheimischen? Mit der App BiteMojo kann man eine eigene Essenstour durch Tel Aviv oder Jerusalem unternehmen. Besonders zu empfehlen ist diese App auf dem Machane Yehuda Markt in Jerusalem und dem Carmel Markt in Tel Aviv. Bei der "Probier-Tour" bekommt man bei unterschiedlichsten Imbissen leckere Spezialitäten. Dabei erfreut man sich nicht nur der Gaumenfreuden, die auf dem Weg einem begegnen, sondern erfährt auch allerhand spannende Hintergrundgeschichten zu den Gerichten und den Menschen, die diese zubereiten.
Die Android-App gibt es hier:
Bei der Nutzung dieses Links zum Download bekommt Ihr automatisch einige biteCoins für köstliche bites gutgeschrieben.

Waze – für den schnellsten Weg zum Ziel

Ähnlich wie Google Maps ist Waze eine Navigationsapp, mit der man von A nach B geleitet wird. Waze wurde in Israel entwickelt und sammelt alle aktuellen Daten bezüglich Staus oder Polizeiabsperrungen durch die Nutzer der App. So ist Waze aufgrund der hohen Popularität in Israel oftmals genauer als Google Maps und es lohnt sich, beim Reisen durch Israel auf Waze zu vertrauen. Erhalte Routenanweisungen, die laufend aktualisiert werden, um Polizei, Unfälle und ähnliches zu vermeiden.
Die kostenlose Android-App gibt es hier:

Moovit – mit den öffentlichen Verkehrsmitteln durch Israel

Wer in Israel mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus oder Bahn fahren will, sollte sich die App Moovit anschauen. Die App findet den schnellsten und besten Weg von A nach B, zeigt Alternativrouten und alle Bahn- und Buspläne übersichtlich an. Mit Moovit muss man nicht mehr komplizierte Buspläne entziffern, sondern kann direkt über die App die perfekte Verbindung zum Ziel finden.
Die Android-App gibt es hier:

Cellopark – Parktickets per App

Wer mit einem Mietwagen durch Israel reist, wird hin und wieder in zahlungspflichtigen Parkzonen parken. Mit der App Cellopark braucht man nicht mehr darauf achten, genügend Kleingeld für den Parkscheinautomaten bei sich zu führen, sondern kann das Parkticket direkt über die App kaufen und gegebenenfalls verlängern. In einigen Parkzonen, insbesondere in Jerusalem, gibt es mittlerweile gar keine Automaten mehr (!) und Parktickets können nur noch über eine App erworben werden.

Die Android-App gibt es hier

Trip Advisor – das beste Restaurant finden

Auf der Suche nach einem guten Restaurant? Trip Advisor ist die perfekte App, wenn man auf der Suche ist, wo es sich am besten speisen lässt, oder um eine Übersicht zu bekommen, was man vor Ort alles unternehmen kann. Durch die Bewertungen der anderen User bekommt man einen guten Eindruck, was eine Restaurant oder eine andere Aktivität auszeichnet und ob sich ein Besuch lohnt.

Die Android App von Tripadvisor findet sich hier:
Die Apple-App von Tripadvisor finde sich hier:

Wechselkurse und Währungsrechner – schnell umrechnen per App

Wer auf der Reise durch Israel die Kosten im Blick behalten will und gleichzeitig nicht ständig damit beschäftigt sein will, die Preise in die Heimatwährung im Kopf umzurechnen, ist mit der Währungsrechner-App gut beraten. Diese zeigt nicht nur den aktuellen Wechselkurs an, sondern übernimmt auch die Rechenarbeit in die gewünschte Vergleichswährung.

Ein Android Währungsrechner findet sich hier:

Bibel App – biblische Beschreibungen historischer Orte

Die Bibel ist voller Geschichten und Beschreibungen des Heiligen Landes. Mit der Bibel-App kann man sich vor Ort diese spannenden Geschichten rund um die historischen Plätze Israels durchlesen und gewinnt so einen ganz besonderen Einblick in die Vergangenheit und Bedeutung der Orte.

Eine Bibel-App für Android findet sich hier:

Wörterbuch – Hebräisch verstehen

Hebräisch begegnet einem in Israel an jeder Ecke. Praktisch ist da, ein Deutsch-Hebräisch Wörterbuch als App dabei zu haben, um sich gegebenenfalls Wörter übersetzen zu lassen. Das PROLOG-Wörterbuch bietet über 50000 Stichworte, Wendungen und Übersetzungen. Das besondere an diesem Wörterbuch ist, dass es komplett transliteriert ist! (das übersetzte Wort ist in deutschen Buchstaben geschrieben) und die betonten Silben werden markiert, um klare und richtige Aussprache zu ermöglichen;
Um ein hebräisches Wort einzugeben, aktivieren Sie in den Geräteeinstellungen eine hebräische Tastatur
Noch ein Vorteil: Das Prolog Wörterbuch kann komplett heruntergeladen werden und kann so auch offline genutzt werden.
Für Android Handys findet sich die Wörterbuch-App hier:

 

Israelisches Tourismusministerium testet Roboter als Reiseleiter.

Israelisches Tourismusministerium testet Roboter als Reiseleiter

Israel erlebt einen Tourismusboom: Mit über vier Millionen Touristen im Jahr 2018 verzeichnet Israel einen Anstieg über 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Und gerade für deutschsprachige Gruppen mangelt es an geeigneten Reiseleitern.

Um der wachsenden Anzahl von Touristen gerecht zu werden, hat das israelische Tourismusministerium diese Woche mit dem Test von zehn KI-Robotern in der Altstadt von Jerusalem begonnen.

Positioniert werden die Tourguide-Roboter an zentralen Sehenswürdigkeiten wie der Grabeskirche, der Klagemauer aber auch neben dem siebenarmigen Leuchter unmittelbar vor der Knesset – dem israelischen Parlament.

Nach Angaben des Ministeriums sollen die Roboter die jeweilige Sprache der Touristen automatisch erkennen und auf Fragen eine gesprochene und geschriebene Antwort liefern. Letztere soll auf einem Bildschirm angezeigt werden.

Bereits heute können die Roboter über ein interaktives Display den Besuchern Foto-und Videomaterial zeigen, wie es menschliche Reiseleiter nicht tun können.

Zukünftig können sich Touristen dank moderner Technologien wie Hologrammen, Telepresence und Virtual Reality sich vor Ort viel besser vorstellen, wie diese von 2000 Jahren ausgesehen und auf die Menschen damals gewirkt haben.

Während ein virtuelles Modell des jüdischen Tempels bereits realisiert wurde und sich bei vielen Touristen großer Nachfrage erfreut, wird es zukünftig möglich sein, Jesus auf seinem Leidensweg – der Via Dolorosa – zu begleiten und der Kreuzigung (und Auferstehung) direkt beizuwohnen. Auch die nächtliche Himmelsreise Mohammeds könnte so für moslemische Pilger unmittelbar erlebbar werden, wobei sich der Waqf – jene moslemische Stiftung, die heute die Al Aqsa Moschee und den Felsendom verwaltet – aufgrund des moslemischen Bilderverbots bislang strikt gegen diese Idee ausgesprochen hat.

Hilfreich könnten sich Roboter auch für zahlreiche Pilgergruppen erweisen. Nachdem im Rahmen der Weltausstellung der Reformation in Wittenberg die Evangelische Kirche sogenannte Segensroboter erfolgreich testete, wären in Israel zukünftig der Einsatz von modernerer Priester-Robotern bei der Feier von Messen und des Abendmahls denkbar.

Nicht zuletzt können Roboter im Tourismus aber auch einfach ein Gimmick sein: „Es ist auch eine zusätzliche Attraktion“, so Adar Bdicha vom israelischen Tourismusministerium. „Letztendlich bleibt auch der Tourismusbereich in Israel die Zukunft ein gemischter – in der sich Mensch und Maschine ergänzen.“

Deutsche zu Besuch in Israel – Ein Interview mit Uriel Kashi auf belltower.news

Deutsche zu Besuch in Israel – Ein Interview mit Uriel Kashi auf belltower.news

In einem Interview für belltower.news unterhalte ich mich mit Stefan Lauer über meine Arbeit als Reiseleiter in Israel. Dabei geht es um das Israelbild deutscher Touristen, die Faszination, die heute leider viele Rechtspopulisten für Israel hegen wie auch um den Unterschied zwischen deutscher und israelischer Gedenkkultur.

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen:

https://www.belltower.news/antisemitismus-und-gedenken-deutsche-zu-besuch-in-israel-82221/

Einer der schönsten Wanderwege der Welt: Der Israel National Trail

Einer der schönsten Wanderwege der Welt: Der Israel National Trail

Der Sommer nähert sich seinem Ende und nach der heißen Jahreszeit beginnt in Israel wieder die Zeit des Wanderns. Einer der beliebtestesten Wanderwege Israels ist dabei der Israel National Trail (INT), welchen National Geographics sogar zu einem der zehn schönsten Fernwanderwegen weltweit erklärt hat. Er umfasst eine Strecke von etwa 1050 km und ist perfekt für Langstreckenwanderer mit einem Faible für antike und zeitgenössische Geschichte. Selbstverständich führt er auch zu einigen der bedeutendsten Orten der jüdischen und christlichen Geschichte.

Der vielleicht wichtigste Grund für die Begehung des Israel National Trail ist jedoch, dass er Einblicke in eine Seite Israels ermöglicht, die inmitten der politischen Schlagzeilen oft verloren gehen: die landschaftliche Schönheit und Vielfalt des Landes. Auch die Begegnungen mit anderen Wanderern und die israelische Gastfreundschaft in den Kibbuzim entlang der Strecke (in denen Wanderer manchmal sogar kostenlos übernachten können), machen den besonderen Charme dieses Wanderweges aus.

 

Der südliche Wanderabschnitt des Israel National Trail beginnt in Eilat am Roten Meer. Durch die atemberaubende Weite der Negev Wüste, vorbei an kleinen Kibbuzim und modernen Städten (mit der Möglichkeit, in Tel Aviv und Jerusalem zu stoppen), führt der Shvil Israel – wie der Israel Trail auf Hebräisch heißt –  sowohl durch spektakuläre Landschaften als auch in den modernen Alltag Israels.

Im Norden verläuft der Israel Trail entlang der Mittelmeerküste und führt am fast 200 Meter unter dem Meeresspiegel liegenden See Genezareth sowie am Jordan vorbei zur Nordgrenze des Landes.

 

Selbstverständlich kann man auch nur kleine Teile des Shvils gehen. Für einen eintägigen Ausflug lohnt sich zum Beispiel der Aufstieg auf den Gipfel des Mount Tabor mit der Kirche der Verklärung. Von hier aus kann man die Jezreel Ebene bis zum Mount Carmel, Galiläa, die Golanhöhen und den Mount Hermon überblicken.

Zum Wanderweg gehört auch der steile Aufstieg auf den Gipfel der Muhraqa,  wo nach dem biblischen Buch der Richter, Barak und 10.000 Israeliten, Sisera und die Kanaaniter geschlagen haben. Ebenso führt er durch das Karmel-Gebirge, welches sowohl für Juden und Christen als auch für Ahmadiyya-Muslime und Anhänger der Bahá’í heilig ist.

Tipp: Eine Besonderheit des National Trails sind die „Trail Angels“, die entlang der gesamten Strecke Wanderern ihre Hilfe und oft einen Platz zum übernachten anbieten. Eine aktualisierte Liste der Trail-Angels mit Kontaktinformationen finden Sie hier…

Reiseleiter-Israel.de bedankt sich bei Andrea Krogmann sowie SK-Tours in Nature für die Zurverfügungstellung der tollen Photos!

Sicherheit in Israel – Tipps zum Schutz vor (Trick-)betrügern

Sicherheit in Israel – Tipps zum Schutz vor (Trick-)betrügern

Vorab: Israel ist ein sicheres Reiseland und sogar im europäischen Vergleich würde ich sagen, dass wir hier relativ wenig Kleinkriminalität erleben. Trotzdem findet man selbst in Jerusalem Betrüger, die sich vor allem an den von Touristengruppen gerne besuchten Sehenswürdigkeiten aufhalten. Einige davon sind uns als israelische Reiseleiter nur allzu bekannt und wenn man die typischen Vorgehensweisen der Betrüger erstmal verstanden hat, kann man sich gut vor ihnen schützen. Die Idee für diesen kleinen Artikel bekam ich durch ein Video des Journalist Conor Woodman, der an beliebten Sehenswürdigkeiten weltweit eine Serie über die Maschen von (Trick-)betrügern gedreht hat. Der in Israel gefilmten Beitrag der Serie „Scam City“ illustriert sehr genau, wie die Betrüger am Jerusalemer Ölberg, in der Altstadt und an der Klagemauer vorgehen.

1) Der Ölberg in Jerusalem ist für viele Israelreisenden ein Muss. Besonders die Aussichtsplattform ist beliebt, denn von hier aus eröffnet sich ein wunderbarer Blick auf die Altstadt von Jerusalem und den Tempelberg. Dem jüdischen Glauben nach wird von hier der Messias nach Jerusalem gehen und alle Toten auferwecken – daher die unzähligen Gräber am Hang. Für Christen ist dies u.a. der Ort, von dem aus Jesus gen Himmel gefahren ist.

Vorsicht ist auf dem Ölberg vor den zahlreichen Verkäufern von Panorama-Karten geboten. Während die Karte vor ihnen ausgebreitet wird und Sie nach Kleingeld kramen, zieht Ihnen der angebliche Verkäufer, verdeckt durch das Poster, blitzschnell und sehr geschickt mit zwei Fingern weiteres Geld aus dem Portemonnaie. In unten angefügten Video wird das in der Minute 36.42 gezeigt.

Generell ist es empfehlenswert, keine großen Bargeldsummen beim Sightseeing bei sich zu tragen und gut auf Ihre Tasche und das Smartphone zu achten.

2) Vom jüdischen Viertel aus in Richtung der Klagemauer, einem der heiligsten Orte für gläubige Juden, werden auf der Treppe oberhalb des Zugangs von Pseudo-Rabbinern rote Armbänder angeboten. Diese sollen angeblich vor dem „bösen Blick“ schützen und Glück bringen. Nachdem die einfache rote Schnur um das Handgelenk gewickelt wurde, verlangt der angebliche Rabbiner jedoch hohe Summen an Geld, als „Spende“ für seinen Segen.

Tatsächlich wird das rote Band im Judentum selbst eher als Aberglaube abgetan und ist auch in keiner kabbalistischen Quelle zu finden. Die Männer sind also keineswegs religiös sondern einfache Betrüger, die das an Touristen verdiente Geld für eigene Zwecke verwenden. Somit bringt das Band vor allem den Verkäufern Glück und Wohlstand ein.

Lassen Sie sich ihren Israelurlaub nicht von Trickbetrügern verderben und verzichten Sie lieber auf das rote Band und den Kauf von Souvenirs auf dem Ölberg und im Umfeld von beliebten Sehenswürdigkeiten.

Wer Zeit und Lust hat, sich den ganzen Film anzuschauen, wird auch viel über gefälschte Antiquitäten erfahren, die einige Händler der Altstadt aus dem Libanon (römisches Glas) und aus Syrien einführen. Es finden sich aber auch gestohlene echte Antiquitäten, die aus Museen aus dem Irak und Lybien stammen.

Das Yung Yidish Kulturzentrum in Tel Aviv

Das Yung Yidish Kulturzentrum in Tel Aviv

Neve Sha’anan gehört zu den vernachlässigten Stadtvierteln Tel Avivs. Unweit des schicken Rothschild-Boulevards mit seinen zahlreichen Restaurants und Cafés wie auch den weißen Häuser im Bauhaus-Stil haben sich in den letzten Jahren vor allem afrikanische Flüchtlinge angesiedelt, die das Stadtbild rund um den Levinsky Park prägen. Hier befindet sich auch die „Tachana merkazit“ – nach Neu Delhi der zweitgrößte Busbahnhof der Welt. Das siebenstöckige Gebäude ist ein Koloss aus Beton, größtenteils ohne Fenster und in seinem Inneren labyrinthartig verschachtelt, mit langen Gängen und zahllosen Rolltreppen, billigen Geschäften und Imbissbuden, eine Art Stadt innerhalb der Stadt. Drei der sieben Stockwerke und damit die Hälfte der Geschäfte des ursprünglich auch als Einkaufszentrums geplanten Bahnhofs stehen inzwischen leer und verwahrlosen.

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Verlassene Gänge und leere Geschäfte im Zentralen Busbahnhof von Tel Aviv

Eigentlich gehört dieser Ort nicht zu den typischen Zielen touristischer Gruppen. In der 5. Etage, am Ende eines düsteren Ganges, eröffnet sich inmitten leerstehender Läden jedoch plötzlich eine ganz eigene, verwunschene Welt: hier hat Mendy Cahan, Schauspieler, Sänger und Literaturwissenschaftler, YUNG YiDiSH gegründet, ein gemeinnütziges Kulturzentrum, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, jiddische Kultur und die jiddische Sprache vor dem Vergessen zu retten.

Hinter einem mit Postkarten und Flyern beklebten Schaufenster verbirgt sich ein großer, kunstvoll eingerichteter Raum, der Regale voll mit jiddischen Büchern, aber auch Schallplatten, Zeitschriften, Briefe, Spiele und jiddische Artefakte beherbergt. Allein die Musikbibliothek besteht aus über 2000 jiddischen Liedern, Schallplatten und Kassetten. Seit Beginn seines Bestehens hat YUNG YiDiSH rund 50.000 Bücher gesammelt und damit vor der Zerstörung oder zumindest vor dem Vergessen bewahrt. Sie stammen von privaten Spendern, aus Nachlässen, von Institutionen und Bibliotheken die geschlossen wurden, wurden auf Märkten oder auf der Straße gefunden. Viele Werke liegen jedoch noch in Kisten und warten darauf, katalogisiert zu werden.
Fast im Minutentakt erzittern die Bücher in den langen Regalen und die Decke vibriert, weil direkt oberhalb des Zentrums die Busse vorbeirollen.
Ein Besuch bei Yung-Yiddish gleicht einer Zeitreise in die Vergangenheit. Es macht Spaß, in alten Zeitschriften der 50er Jahre zu blättern und z.B. auf die Photos des Beauty Contest: “Die schönsten jüdisches Frauen Amerikas” zu stoßen. Und passend zum Pessach-Fest nächste Woche war ich beruhigt, dass auch in vergangenen Zeiten die Menschen am Seder-Abend möglichst schnell zum Essen kommen wollten, anstatt sich allzulange mit dem Lesen alter biblischer Texte aufzuhalten.
Mendy, der selbst jiddischsprachig aufgewachsen ist, erklärt meiner Gruppe, dass das Jiddische noch viel älter ist, als manche vermutet hätten. Es  entwickelte sich vermutlich zwischen dem 9. und 12. Jahrhundert im Südwesten Deutschlands aus dem Mittelhochdeutschen heraus und war die Sprache der aschkenasischen Juden in Europa. Man unterscheidet das West- und das weiter verbreitete Ostjiddisch, wobei etwa 30 Prozent der Wörter aus dem Hebräischen und Aramäischen, der Rest aus dem Deutschen bzw. weiter im Osten, aus slawischen Sprachen stammen. Jiddisch wird mit hebräischen Buchstaben von rechts nach links geschrieben.

Bei der Frage nach den heutigen Nutzern des Bibliothek schmunzelt Mendy und erzählt von einem 102-jährigen Jiddisch-Leser, dem er regelmäßig Bücher nach Eilat – ganz im Süden den Landes –  sendet. Bei ihrem letzten Telefonat hätte dieser ihn jedoch gebeten, ihm keine “komplizierten Bücher” sondern lieber “leichte Lektüre zur Entspannung” zuzuschicken.

YUNG YiDiSH ist aber nicht nur eine Bibliothek sondern auch ein Ort für Konzerte, Lesungen, Theaterabende, Ausstellungen und verschiedenste künstlerische Experimente. Regelmäßig finden hier auf der Bühne umgeben von tausenden jiddischen Büchern kulturelle Veranstaltungen statt. Das Zentrum hat sich so zu einer Art lebendigem Jiddisch-Museum entwickelt, das Jung und Alt, Studenten und Wissenschaftler, Touristen aber auch die Jiddisch-Muttersprachler im Land anzieht.

Weitere Infos finden sich unter: yiddish.co.il/about/

PS: Bei meinem letzten Besuch in Yung Yidish traf ich Judith Poppe, die einen sehr schönen Artikel über das Yung Yidish Kulturzentrum in der taz veröffentlich hat. Vielen Dank für die Zusendung!

Elvis lebt in Abu Gosh

Elvis lebt in Abu Gosh

20160116_Elvis (1)Letzte Woche war es wieder soweit: Wie jedes Jahr versammelten sich am 8. Januar zahlreiche Fans in einem Tankstellenrestaurant neben dem kleinen arabischen Dorf Abu Gosh, ca. 15min von Jerusalem entfernt um SEINEN Geburtstag zu feiern

The King – Nein, nicht König David – the one and only – ELVIS!

Dieses Jahr wäre er 80 Jahre alt geworden!20160116_Elvis (11)

Uri Yoeli gründete das Elvis-Inn 1974 und seither entwickelte sich die kleine Raststätte in den judäischen Bergen zum Pilgerort von Elvis-Verehrern aus aller Welt. Zu seinen Gästen zählten in den vergangen Jahren Sylvester Stallone, Joe Cocker, Sting und sogar der zweite King der Popgeschichte Michael Jackson!

Und ein Besuch lohnt sich auch heute noch: Bereits vor dem Restaurant begrüßen zwei 4 und 5m hohe Elvis-Statuen die Besucher und laden zum Essen ein. Die Gaststätte selbst schmücken über 1700 Elvis-Photos und Hunderte mehr oder weniger kitschige Elvis-Tassen, Aschenbecher und Magneten aus aller Welt. An einigen Tischen sitzen lebensgroße Elvisfiguren und während im Hintergrund die Elvis Platten hoch und runter gespielt werden, fühlt man sich in die 50er Jahre zurückversetzt.

20160116_Elvis (3)Beim Hamburger (oder doch lieber dem Teller mit orientalischem Hummus-Kichererbesenbrei) mag sich da der eine oder andere die Frage stellen: „Ist er wirklich tot oder ist etwas dran an der Theorie, sein Tod wurde vom FBI (oder doch dem KGB?!) nur inszeniert? Die Zweifel werden gestärkt durch die Elvis-T-Shirts am Ausgang des Restaurants mit der Aufschrift: „I saw Elvis at…“ mit Bildern der Popikone an der Klagemauer oder am Strand von Tel Aviv.

Wer Lust auf Elvis-Doubles mit Hüftschwung, Hosenanzug und den obligatorischen Koteletten hat: Am 16. August jährt sich der Todestags Elvis Presleys und dann heißt es im Elvis Inn wieder:

Der King ist tot, lang lebe der King

 

Stellungnahme des Forums deutschsprachiger Reiseleiter in Israel auf den Brandanschlag in Tabgha

Stellungnahme des Forums deutschsprachiger Reiseleiter in Israel auf den Brandanschlag in Tabgha

Brandanschlag in Tabgha
I.

Mit großem Entsetzen haben wir – eine Gruppe deutschsprachiger Reiseleiter in Israel – von dem abscheulichen Brandanschlag auf das Kloster und die Brotvermehrungskirche in Tabgha am See Genezareth erfahren. Voller Trauer, Wut und Empörung möchten wir an dieser Stelle den Benediktinerbrüdern und -schwestern sowie der christlichen Bevölkerung Israels unsere Solidarität und Anteilnahme aussprechen. Unser besonderes Mitgefühl gilt dem 80 Jahre alten Mönch sowie der 20jährigen Volontärin, die durch das Einatmen des Rauchs verletzt wurden.

II.
Für uns Reiseleiter ist Tabgha eine der wichtigsten Orte im Norden Israels. Unsere Gruppen besichtigen dabei nicht nur die beeindruckenden Mosaike aus byzantinischer Zeit, sondern feiern an der Gebetsstelle Dalmanutha regelmäßig Messen. Viele deutschsprachige Pilgergruppen nutzen das Angebot der Benediktinermönche zu einem persönlichen Gespräch. In diesen Gesprächen erfuhren auch wir von der wunderbaren Arbeit der Tabgha angegliederten Behinderten- und Jugendbegegnungsstätte Beit Noah, in welcher jüdische und arabische Jugendliche die liebevoll gepflegte Gartenanlage als Erholungsstätte nutzen dürfen. Wir erfuhren aber auch, dass es in der Vergangenheit bereits mehrere rassistisch-religiös motivierte Anschläge auf das Tabgha-Kloster am See sowie die Dormitio-Abtei in Jerusalem gegeben hat. Allein in den letzten drei Jahren wurden in Israel über 50 Übergriffe auf Christen und christliche Einrichtungen gezählt. Diese Gewaltakte sind in keiner Weise zu rechtfertigen und nicht mit den Grundwerten des jüdischen Glaubens zu vereinen!

III.
Wir fordern die israelische Regierung auf, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die feigen Attentäter zu fassen, vor Gericht zu stellen und mit angemessener Härte zu bestrafen. Wir sind jedoch überzeugt, dass Hassverbrechen – in diesem Fall auf die christliche Gemeinschaft – letztlich nicht durch abschreckende Strafen allein, als vielmehr durch weitreichende pädagogische Maßnahmen zur Förderung von Toleranz und Vielfalt in einer pluralistischen, demokratischen Gesellschaft verhindert werden können. In dieser unserer Gesellschaft haben Christinnen und Christen einen festen Platz. Entsprechend fordern wir von der israelischen Regierung und dem Erziehungsministerium, umgehend pädagogische Maßnahmen gegen die rechtsextreme Szene zu ergreifen. Wir stellen uns dabei vor, dass Aktionspläne ausgearbeitet und umzusetzt werden, in der ethnisch-religiöse Vielfalt, Toleranz & Demokratie thematisiert werden. Dieser Anschlag galt nicht nur den Christen. Er galt der israelischen Demokratie!

IV.
Abschließend möchten wir der Tabghagemeinschaft nochmals für ihre großzügige Gastfreundschaft danken, die wir bei unseren zahlreichen Besuchen genießen durften.

Diese Stellungnahme wird unterstützt von (Erstunterzeichner/innen, Stand: 19.06.2015):
Uriel Kashi, Sharon Schwab, Regula Alon, Eva Manger, Naomi Ehrlich Kuperman, Ingrid A. Velleine, Shiri Bendov, Myriam Grob-Rezaioff, Sandra Carmeli, Nora Strunz, Ineke Soesan, Fredi Dzialoszynski, Jonathan Tannhauser, Claudia Borchart, Michal Hoffmann, Gad Ben-Ami, Orit Sodemann, Heiko Sieger, Bertil Langenohl, Ralph Lewinsohn, Ushi Engel, Gabriele Levy, Chaim Lavi, Heidi Fenz, Yehuda Golan-Dim, Michael Cahanov, Claude Sternberg, Deena Clayman, Marion Giladi, Yael Shilo, Anna Jarck, Tati Weiss, Silvia Nirnstein Hess, Miri Henis, Dani Mire, Dani Schuber, Iris Herdan
Weitere Unterstützer findet sich unter der Adresse:
http://www.ipetitions.com/petition/stellungnahme-des-forums-deutschsprachiger

Licht-Festival in der Jerusalem Altstadt

Licht-Festival in der Jerusalem Altstadt

Diese Woche findet in Jerusalem wieder das jährliche Licht-Festival statt. Künstler aus aller Welt präsentieren ihre Lichtinstallationen und projizieren diese an die Altstadtmauern oder an antike Gebäude. Während Kinderzeichnungen das Damaskustor in bunten Farben leuchten lassen, spazieren Comic-Figuren über das Christian-Information-Center am Jaffa-Tor.

Besonders gelungen fand ich dieses Jahr eine Live Sand-Licht Projektion der israelischen Künstlerin Sheli Ben Nun. Wie mit Zauberhänden erschuf Sie auf einer Glasplatte voller Sand Phantasielandschaften und menschliche Charaktere, die sogleich an die Mauern zum Leben erweckt wurden. Am Ende durften die Zuschauer sogar Zeugen eines Heiratsantrags werden. Der künftige Bräutigam bat Sheli, seinen Antrag vor allen Zuschauern an die Wand schreiben. Kein Wunder, dass bei soviel Charme seine Freundin Nataly sofort ihr Ja-Wort gab.

Araber über Juden über Orthodoxe über die Hamas über Zionismus über Schwule etc.

Was denken ultraorthodoxe Juden über den Zionismus? Was wissen sie über Jesus und Mohammed? Wo befindet sich nach Ansicht jüdischer Israelis Palästina? Wollen jüdische Israelis, dass die arabische Welt Israel als „Jüdischen Staat“ anerkennt? Was halten Palästinenser von dieser Forderung? Was halten arabische Israelis von „Ihren“ Abgeordneten in der Knesset? Was denken Sie über die Hamas? Warum wollen arabische Israelis nicht (?) in der israelischen Armee dienen? Was denkt man in Bethlehem über Homosexualität?

Gil Shuster Youtube

Diese und viele weitere Fragen stellt Corey Gil-Shuster mit seiner Videokamera “bewaffnet” ganz unbedarften Israelis und Palästinensern. Er trifft sie im Supermarkt, in der Universität, im Park oder in der Synagoge. Die Antworten überraschen! Selten hört man wirklich radikale Stimmen, auf beiden Seiten erhält er oft sehr differenzierte und nachdenkliche Antworten. Manchmal verwundert die Unwissenheit vieler Passanten, wenn es z.B. darum geht, eine Landkarte Israels und der palästinensischen Gebiete zu zeichnen! Es wird deutlich, dass sich viele Israelis und Palästinenser letztendlich nur oberflächlich mit “dem Konflikt” beschäftigen und sich lieber anderen Themen widmen.

Gil-Shuster stammt ursprünglich aus Kanada und wanderte 1995 nach Israel ein. Auf seiner YouTube Seite versucht er, Palästinensern und Israelis ein authentischeres Bild der Ansichten von der jeweils „anderen“ Seite zu vermitteln. Ein sehr schönes Projekt, das auch interessierten Beobachtern aus dem Ausland die unterschiedlichen Perspektiven und die Komplexität verschiedener Identitäten deutlich macht.

Draw Israel

Israeli Arabs: Will you serve in the Israeli army?

Secular Jewish Israelis: Would you date someone not Jewish?