Die Deutsch-Israelische-Gesellschaft Stuttgart organisiert vom 21. – 31. Oktober 2013 eine Studienreise nach Israel.

Während der Fahrt werden die wichtigsten archäologischen Ausgrabungen, biblischen Städten wie auch die Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem besucht.
Gleichzeitig liegt ein Schwerpunkt der Reise auch auf der Zukunft des Landes: Welche Antworten findet Israel auf die wachsenden Umweltfragen und fehlenden Wasservorkommen in der Region? Wie funktioniert die Integration der noch immer aus zahlreichen Ländern kommenden Einwanderer? Und wie verändern der arabische Frühling und die neue politische Realität in den arabischen Nachbarländern die Zukunftsaussichten des Judenstaats?
Abgerundet wird das Programm durch kleine Naturwanderungen in Nationalparks und Naturschutzreservaten sowie einer Wüsten-Safari durch den mächtigen Wadi Zinn Canyon.
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Privater Landausflug von Haifa oder Ashdod

Kreuzfahrttouristen sind eine ganz besondere Sorte von Menschen. Nicht jeder kann damit umgehen, jeden Tag in einem anderen Land aufzuwachen und den unterschiedlichsten Eindrücken und Erfahrungen ausgesetzt zu sein. Ein Besuch in Israel mit der Altstadt Jerusalems oder den christlichen Stätten rund um den See Genezareth ist für viele Besucher der Höhepunkt einer Kreuzfahrt durch das östliche Mittelmeer.

Doch leider ähneln viele der angebotenen Landausflüge großer Kreuzfahrtschiffe eher einer „Kaffeefahrt“ und geben den Besuchern wenig Zeit, die historisch und religiös so tiefgründigen Orte in Ruhe kennen zu lernen. In den vollgepackten Bussen ist es den Reiseleitern oft kaum möglich, sich auf die Interessen der einzelnen Touristen einzustellen.

Seit einiger Zeit biete ich deshalb private Tagesausflüge für Kreuzfahrttouristen an und habe in den letzten Tagen diesbezüglich auch meine Homepage überarbeitet.

Auf folgender Seite findet ihr eine Liste neuer Angebote, die ich Kreuzfahrttouristen in Form von privaten „Landausflügen“ anbiete. Über Feedback jeglicher Art (gerne auch in Form einer privaten Mail) würde ich mich freuen!

PS: Als Antwort für die zahlreichen Mails, die in den letzten Wochen erhalten habe: Ja, ja, ich weiß, der „reiseleiter-israel“- Blog ist in letzter Zeit etwas eingeschlafen 🙂 . Oktober und November war touristische Hauptsaison und es gab sehr viel zu tun. Doch nun, Ende November, komme ich endlich mal wieder zum Schreiben und werde – versprochen – auch wieder “bloggen”. Es ist ja auch einiges passiert hier in den letzten Wochen…

Holocaust-Gedenktag in Israel

Diese Woche fand in Israel der Gedenktag für die Opfer des Holocaust – Yom Hashoa statt. Während in Deutschland am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (27. Januar – Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee) für die meisten Menschen „Business as Usual“ bedeutet, spürt man in Israel, dass dieser Tag auch 67 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges nicht an Bedeutung verloren hat. Bereits am Vorabend von Yom Hashoa schließen im ganzen Land die Kneipen, Cafés und Diskotheken ihre Pforten. Im Radio wird ausschließlich traurige und melancholische Musik gespielt und im Fernsehen reiht sich eine Holocaust Dokumentation an die nächste. Sogar viele Hotels schmücken ihre Lobbys mit kleinen Holocaust Mahnmalen und an den Hotelbars wird kein Alkohol ausgeschenkt.

Besonders beeindruckend ist jedes Jahr wieder das Aufheulen der Sirenen um 10 Uhr morgens. Menschen unterbrechen ihre Arbeit, mitten auf der Straße steigen Menschen aus ihren Autos und selbst im sonst so turbulenten Supermarkt wird es plötzlich ganz still. Schweigend legen die Menschen eine Trauerminute ein.

Diese Woche begleitete ich den Freundeskreis Yad Vashem – Österreich während einer Rundreise durch Israel. Während der gemeinsamen Teilnahme an den offiziellen Gedenkfeierlichkeiten in Yad Vashem fiel mir mal wieder auf, wie sich der Umgang der Israelis mit dem Holocaust in den letzten Jahren verändert hat.

Betrachtet man israelische Holocaust-Denkmäler aus den 60er und 70er Jahren, so lässt es sich erkennen, dass der gewaltsame Widerstand gegen die Nazis im Zentrum der israelischen Erinnerungskultur stand. Widerstandskämpfer wie Mordechaj Anielewicz galten den jungen Israels als Vorbilder bei ihrem eigenen Überlebenskampf während der zahlreichen Kriege, die Israel gegen die scheinbar übermächtigen arabischen Armeen zu führen hatte.

Völlig anders gestaltete sich die diesjährige Gedenkzeremonie, welche unter dem Motto: „Der Einzelne und die Gemeinschaft. Jüdische Solidarität während des Holocaust.“ stand. Während die israelische Gesellschaft immer weiter auseinander driftet und die Aufsplitterung in Religiöse und Säkulare, Linke und Rechte, Arm und Reich etc. fast unüberwindbar erscheint, sehnen sich die Menschen nach einer größeren Solidarität zwischen den Menschen, wie sie es zur Zeit des Holocaust angeblich gegeben haben soll.

Besonders beeindruckend empfand ich zu Beginn der offiziellen Yad Vashem Zeremonie, wie Korporal Guy Peltz in Militäruniform auf Jiddisch ( 7,20 Minute) das Lied Papirosen sang

Vor der Gründung des Staates Israel wählte der Zionismus das Hebräische als Nationalsprache, wohingegen das Jiddische in Palästina geradezu verfemt wurde. Jiddisch stand für den „alten Juden“, den „schwachen Juden aus der Diaspora“, wohingegen das Hebräische den neuen, starken Juden repräsentierte. Die Verbindung: Israelischer Soldat + Militäruniform + Yiddisches Lied hätte ich für undenkbar gehalten und zeugt von einem gewissen Reifeprozess, den die israelische Gesellschaft bezüglich des Umgangs mit der eigenen Diaspora-Geschichte gemacht hat.

Außerdem: Sehr beeindruckend – wie immer – die Rede von Präsident Shimon Peres, die hier in deutscher Übersetzung nachgelesen werden kann.

Willkommen

Willkommen auf dem offiziellen Blog von www.reiseleiter-israel.de

Der Blick auf Israel und seine Bevölkerung gleicht einem bunten Bild, das sich aus vielen kleinen Mosaiksteinchen zusammensetzt. Araber und Juden, Religiöse und Säkulare, Sefarden und Aschkenasen, Linke und Rechte. Wer Israel verstehen möchte, muss sich mit den vielen sehr unterschiedlichen Lebensentwürfen der Menschen hier auseinandersetzen. Die schillernde Kunstszene in Tel Aviv, der religiöse Pluralismus in Jerusalem, der Hummus-Fanatismus in Abu Gosh und die Naturspektakel in der israelischen Wüste sind nur Beispiele der ausgeprägten Gegensätze, die dieses Land zu bieten hat.

Ein Steinchen in diesem großen Mosaikbild waren lange Zeit auch die deutschsprachigen Juden in Israel, die dieses Land gerade in den Anfangsjahren maßgeblich mitgeprägt und gestaltet haben.

Nicht zufällig schrieb Theodor Herzl das Begründungswerk des neuen jüdischen Staates 1897 auf Deutsch. Von Herzl stammt auch das berühmte Zitat: “Wir können doch nicht Hebräisch miteinander reden. Wer von uns weiß genug Hebräisch, um in dieser Sprache ein Bahnbillet zu kaufen.”

Als es kurz vor dem ersten Weltkrieg zur Gründung der Technischen Universität in Haifa kam, entbrannte ein heftiger Streit, ob bei aller zionistischen Ideologie nicht doch lieber Deutsch Unterrichtssprache sein sollte. Der “Hilfsvereins der deutschen Juden”, welcher 1914 für den Namen “Technikum” und nicht “Technion” plädierte, drohte gar, der Institution jegliche Hilfe zu verweigern, sollte sich Deutsch nicht als Unterrichtssprache durchsetzen.

Die Dominanz des Deutschen in manchen Teilen Israels war auch den arabischen Nachbarn bekannt. Während des Unabhängigkeitskrieges 1948 warfen Irakische Flugzeuge Flugblätter über der Stadt Nahariya ab, worin sie Zivilbevölkerung – auf Deutsch – dazu aufgefordert wurde, von der Idee der Gründung eines jüdischen Staates Abstand zu nehmen.

Die Zahl der Deutschsprachigen ist in Israel mittlerweile stark zurückgegangen. Obwohl sich die Deutschkurse des Goetheinstituts großer Beliebtheit erfreuen, ist die Szene sehr übersichtlich und klein geworden.

Als Tourguide in Israel betreue ich meist an Politik und Geschichte des Landes interessierte Gruppen. In diesem Blog möchte ich nun – jenseits meiner Führungen durch das Land – etwas über das (und mein) Leben in diesem niemals langweilig werdenden Land erzählen. Ausflug- und Veranstaltungstipps sollen sich hier ebenso finden lassen wie Kommentare zu politisch aktuellen Entwicklungen und neue Erkenntnisse aus der Welt der Archäologie und Geschichte. Zielgruppe des Blogs sind sowohl Israelbesucher wie auch deutschsprachige Israelis und überhaupt alle, die an dem Land und den Menschen interessiert sind.

Über Feedbacks und Kommentare jeglicher Art würde ich mich freuen.